Wenn eines oder mehrere Symptome auftreten, sofort per Notruf 112 den Rettungswagen anfordern!
Nicht warten!
Keine Scheu vor Fehlalarm!
Mitteilen, dass Verdacht auf einen akuten Schlaganfall besteht!
Beim Notruf nicht vorzeitig auflegen, das Gespräch beendet die Leitstelle!
Nicht mit dem Auto in die Klinik, sondern immer mit dem Rettungsdienst!
Für den Notarzt Informationen vorbereiten:
Wann haben die Symptome begonnen?
Wie haben sich die Symptome entwickelt?
Welche Medikamente nimmt der Patient?
Welche Vorerkrankungen liegen vor?
Je schneller ein Patient fachgerecht versorgt wird, umso geringer ist die Gefahr bleibender Schäden.
Im Krankenhaus
Nach der Diagnose durch den Notarzt sollte der Patient nur in eine neurologische Stroke Unit eingeliefert werden. Die Versorgung auf solchen spezialisierten Stationen reduziert die Sterblichkeit und das Risiko bleibender Schäden erheblich.
In der Akutphase eines Schlaganfalls werden diese Diagnoseverfahren und Therapien eingesetzt:
Mit einer Computertomografie (CT) werden Schichtaufnahmen des Gehirns angefertigt, um festzustellen, ob es sich um einen ischämischen Schlaganfall oder einen hämorrhagischen Schlaganfall handelt. Bei besonderen Fragestellungen kommt auch eine Kernspintomographie und/oder eine CT- oder MR-Angiographie zum Einsatz.
Handelt es sich um einen ischämischen Schlaganfall, kann mit einer Thrombolyse versucht werden, das verschlossene Gefäß wieder zu öffnen. Die Thrombolyse ist das einzige zurzeit zugelassene symptomatische Therapieverfahren beim akuten Schlaganfall. Dieses spezielle Therapieverfahren sollte nur in Zentren mit einer neurologische Stroke Unit angewandt werden. Hierbei wird über die Vene ein Medikament gegeben, welches in der Lage ist das Gerinnsel, das den akuten Gefäßverschluss verursacht hat, aufzulösen und somit die Wiederdurchblutung des unterversorgten Hirngewebes herzustellen. Wichtig ist der frühestmögliche Einsatz dieser Therapie, denn mit jeder Minute, die das Gefäß nicht wiedereröffnet wird, wächst der Infarkt und sinken die Möglichkeiten für eine Heilung oder zumindest deutliche Reduktion der verbleibenden Schäden. Zurzeit ist die Therapie in den ersten 3 Stunden nach dem Schlaganfall zugelassen, eine Erweiterung dieses Zeitraums auf 4,5 Stunden wird bald erfolgen.
Blutdruck und Blutzucker, Atmung, Herz- und Kreislauffunktionen werden überwacht. Damit können mögliche Komplikationen frühzeitig erkannt und verhindert werden. Das Gehirn erhält somit optimale Erholungsbedingungen.
Es werden umgehend die erforderlichen Zusatzuntersuchungen wie Ultraschall der hirnversorgenden Gefäße und des Herzens, Langzeit- Blutdruckmessung und- EKG, spezifische Laboruntersuchungen und vieles mehr durchgeführt.
Durch die enge Kooperation der Stroke Units mit Neuroradiologen, Neurochirurgen, Gefäßchirurgen und Kardiologen können weitere Akutmaßnahmen wie die Beseitigung von Engstellen der Halsschlagadern mit Stent oder Operation, die Entlastung von Druckproblemen im Gehirn oder die Behandlung von akuten kardialen Problemen immer direkt durchgeführt werden.
Es wird frühzeitig mit einer Sekundärprophylaxe begonnen, um weitere Schlaganfälle zu vermeiden.
Auch die Rehabilitation setzt so früh wie möglich ein. Mit Logopädie, Krankengymnastik und Ergotherapie werden die Folgen des Schlaganfalls vom ersten Tag an therapiert.




